Bürgergespräch mit Landrat Udo Witschas in Demitz-Thumitz– eine Zusammenfassung
Beim Bürgergespräch „Auf ein Wort“ von Landrat Udo Witschas am Donnerstag, dem 10.09.2026 in Demitz-Thumitz wurden Themen besprochen, die die Einwohnerinnen und Einwohner der Region Bischofswerdaer Land bewegen. An der Veranstaltung im Feuerwehrgerätehaus Demitz-Thumitz nahmen rund 25 Gäste teil, um mit Landrat Udo Witschas, Beigeordneter Dr. Romy Reinisch und Sozialdezernentin Kristin Penther sowie den Bürgermeistern der Gemeinden ins Gespräch zu kommen.
Das waren die Themen
Schülerbeförderung und Busanbindung
Ein Bürger aus Demitz-Thumitz fragte nach einer besseren Taktung der Busverbindung nach Gaußig. Sein Sohn besuche das evangelische Gymnasium in Gaußig und insbesondere am Nachmittag nach der Schule gebe es eine Lücke in der Taktung, die dazu führt, dass die Kinder über eine Stunde auf den Bus nach Demitz-Thumitz warten müssten. Er hätte bereits mit dem VVO und den Mitarbeitern aus dem Bereich Schülerbeförderung Kontakt gehabt, allerdings sei bisher keine Verbesserung möglich geworden. Zudem seien die Busse sehr voll, so dass gerade die Grundschüler oft keine Sitzplätze bekämen und stehen müssten, was mit den großen Ranze schwierig sei.
Landrat Udo Witschas erläuterte, dass die Schülerbeförderung eine Pflichtaufgabe des Landkreises sei, dass es aber nicht immer gelingen könne alles perfekt zu planen. Es sei hier wichtig an mancher Stelle auch mit den Schulen, insbesondere den Schulleitern ins Gespräch zu kommen, um möglicherweise auch an den Schulanfangs- und -endzeiten kleine Änderungen vorzunehmen damit dann die Anbindung besser funktioniere.
Er bot an, dass sich der Erste Beigeordnete Jörg Szewczyk, in dessen Zuständigkeit auch die Schülerbeförderung fällt, gemeinsam mit dem Leiter des Straßenverkehrsamtes, Herrn Glas mit dem Herrn zum Gespräch trifft, um zu versuchen, eine Lösung zu finden.
Eine Bürgerin ergänzte, dass dieses Problem schon längere Zeit bestehe und dass mittlerweile eine Elterninitiative ins Leben gerufen worden sei, um sich dem Thema gemeinsam anzunehmen. Neben der Taktung sei auch das Problem der Buskapazitäten gerade am frühen Morgen wichtig zu besprechen.
Eine Bürgerin aus Medewitz sprach in dem Kontext die Buslinie 734 an. Diese fährt zwar zu Schulzeiten, aber es gibt keine Fahrten in den Ferien. Ihre Tochter hätte beispielsweise das Problem, dass sie seitens der Schule Angebote zur Berufsorientierung bekäme, die in den Ferien liegen und die sie gern nutzen würde. Allerdings wäre dies problematisch, weil keine Busse fahren. Auf der Strecke, die bis nach Wilthen führt, seien in den Ferien noch nie Busse gefahren und als Eltern wäre es nicht immer möglich, die Kinder selbst irgendwohin zu fahren.
Landrat Witschas verwies nochmals auf die Sicherstellung der Schülerbeförderung als Pflichtaufgabe des Landkreises. In den Ferien falle damit der Grund für die Pflichtaufgabe weg, aber er bot trotzdem an zu prüfen, warum hier kein Bus fährt. Herr Szewczyk und Herr Glas werden sich mit der Bürgerin in Verbindung setzen und mit ihr die Problematik besprechen.
Lehrermangel an Schulen
Eine Bürgerin aus Demitz-Thumitz fragt den Landrat, ob er sagen könne, inwiefern der Landkreis beim Thema Lehrpersonal zukunftssicher ausgestattet seien.
Landrat Witschas erläuterte, dass man bei dem Thema unterscheiden müsse zwischen der Verantwortung für die Gebäudeausstattung und der für das Personal. Der Landkreis Bautzen, der als einziger Landkreis in Sachsen zahlreiche weiterführende Schulen in seiner Trägerschaft hat, könne nur für gute Rahmenbedingungen in seinen Schulen sorgen.
Für das Lehrpersonal aber müsse der Freistaat Sachsen sorgen. Es sei schwierig, die bestehenden Lücken zu schließen. Es gebe zwar schon Anreize für Referendare, damit diese ihr Referendariat möglichst auf dem Land machen. Aber viele ziehe es in die Großstädte. Zudem müsse man abwägen, ob die Neuausbildung von Lehrern in Größenordnungen im Hinblick auf die sinkenden Geburtenzahlen Sinn mache.
Straßenbau und Bürgereinbindung
Ein Bürger aus Demitz-Thumitz meldete sich zum Straßenbauprojekt in Wölkau. Er sei Gemeinderat und würde immer wieder von Bürgern angesprochen wie es mit der Maßnahme weiter ging. Er regte an, bei solchen langfristigen Maßnahmen die Bürger besser mitzunehmen und mehr zu informieren, wenn es Fortschritte oder auch Verzögerungen gebe.
Beigeordnetet Dr. Romy Reinisch erläuterte den aktuellen Stand und den weiteren Verlauf der Maßnahme. Das Projekt sei in 4 Bauabschnitte geteilt worden, da es für die einzelnen Abschnitte unterschiedliche Projektpartner gebe und die Abrechnung der Kosten beim Freistaat jeweils nur jährlich erfolgt. Daher müsse immer nach und nach geplant werden. Die Maßnahme laufe so über mehrere Jahre. Der 2. Bauabschnitt werde bis Juni 2027 abgeschlossen. Daran schließe sich dann der 3. Bauabschnitt an, der bis Juni 2028 umgesetzt werden soll.
Ein weiterer Bürger erkundigte sich, warum an dem jetzigen Teilstück lange nichts passiert sei und warum man dann nicht in der Zeit das fertige Stück der Straße öffnen könne.
Alexander Pötschke, Bürgermeister von Demitz-Thumitz, erläuterte, dass es aufgrund von unvorhergesehenen Umplanungen, verspäteten Materiallieferungen und wegen des Winters zu Verzögerungen bei der Maßnahme gekommen sei. Beigeordnete Dr. Romy Reinisch betonte, dass immer die Verkehrssicherheit im Vordergrund stehe. Sei diese gewährleistet, könne geprüft werden, ob ein Teilstück der Straße auch zwischenzeitlich geöffnet werden könne. Sie nimmt das Thema für die weitere Maßnahmenplanung mit.
Darüber hinaus fragte der Bürger, ob bei solchen langfristig laufenden Maßnahmen nicht auch gleich das Thema Glasfaser mit bedacht werden könne und zumindest Leerrohre verlegt werden können, um ein späteres erneutes Aufreißen der Straße zu vermeiden.
Das konnte die Beigeordnete bestätigen. Bei solchen Maßnahmen ist vorgesehen, Leerrohre einzubauen, auch wenn gegebenenfalls noch nicht feststeht, wann der Glasfaserausbau konkret erfolge. Sie wird für die Uhyster Straße konkret prüfen, wann der Ausbau vorgesehen ist und ihm eine Information dazu geben.
Landrat Udo Witschas ergänzte, dass der Landkreis hinsichtlich des Breitbandausbaus Vorreiter sei und auch ausgezeichnet wurde. Gerade wurde wieder ein Ausbaucluster abgeschlossen und zwei weitere begonnen. Aber der Landkreis könne nur dort bauen, wo es für die Telekommunikationsunternehmen nicht wirtschaftlich sei selbst auszubauen. Dafür bekommt der Landkreis dann Fördermittel, die zuvor beantragt werden müssen.
Daher sei zu Beginn der Planung nie ganz konkret klar, wann der Ausbau in einzelnen Bereichen dann wirklich passieren kann. Dann entstehe natürlich Frust, wenn neue Straßen wieder aufgerissen werden müssten. Manchmal ließe sich das aber leider nicht vermeiden. Daher werden jetzt bei den langfristigen Maßnahmen die Leerrohrverlegung mit vorgesehen. Ziel des Landkreises sei es bis in die 2030er Jahre mit Glasfaser im Landkreis voll ausgestattet zu sein.
Freibäder und Schwimmunterricht
Ein Bürger aus Schmölln sprach das Thema Freibad Schmölln aus dem letzten Bürgergespräch im Bischofswaerdaer Land nochmals an. Damals wurde darüber gesprochen, dass es einen Freibadgipfel geben solle, der alle Verantwortlichen der Freibäder, die die gleichen Personal und Erhaltungsprobleme haben, zusammenbringen solle, um nach gemeinsamen Lösungen zu suchen.
Der Fachreferent des Landrates, Tobias Schilling, der sich um das Thema gemeinsam mit Bischofswerdas Oberbürgermeister Holm Große bemüht hatte, erklärte, dass es mehrere Treffen dazu gegeben hätte. Drei Themen waren dabei besonders im Blickpunkt: könne Schwimmunterricht auch im Freibad stattfinden, wäre eine Doppelstundennutzung der Bäder für den Schwimmunterricht besser und wäre ein Personaltausch unter den Einrichtungen möglich, um sich zu unterstützen.
Herr Schilling erläuterte, dass die Doppelstundennutzung mit dem Landesamt für Schule und Bildung geklärt sei. Hier müsse sowohl die Gemeinde als auch der jeweilige Schulleiter dem Unterricht als Doppelstunde zustimmen. Inzwischen würde es bereits deutlich mehr Schwimmunterricht als Doppelstunden geben, was für die Schüler und für den Transport zum Schwimmbad von nutzen ist.
Der Schwimmunterricht im Freibad ist schwierig. Das hat personelle Hintergründe, da das Schwimmpersonal und das Schulpersonal an unterschiedlichen Stellen angestellt ist. Hier wird noch versucht Lösungen zu finden. Was den dritten Punkt, den Personaltausch betrifft, so sei dieser noch auf den Weg zu bringen.
Oberbürgermeister Holm Große ergänzte, dass man bei dem Thema schon einen großen Schritt vorangekommen sei, dass es aber wie so oft zahlreiche bürokratische Hürden zu nehmen gebe. Man arbeite aber an Lösungen.
Vereinsunterstützung für Kegelbahn
Ein Bürger und Vereinsmitglied im Kegelverein Demitz-Thumitz wandte sich an den Landrat mit der Bitte um Vermittlung möglicher Ansprechpartner zur Unterstützung des Kegelvereins. Die Kegelbahn sei in die Jahre gekommen und müsste unbedingt erneuert werden. Schon die letzte Bahnabnahme hätte gerade so geklappt. Aber nun wäre keine Bahnabnahme mehr in Aussicht.
Bisher sei des dem Verein nicht möglich gewesen, eine Förderung zu erhalten. Verschiedene Fördermöglichkeiten seien schon beantragt worden. Vielleicht könne der Kreissportbund hier als Ansprechpartner weiterhelfen.
Landrat Udo Witschas betonte wie wichtig ihm die Sportförderung sei und dass er diese zu Gunsten gerade junger Menschen gern noch erhöhen würde. Allerdings sei das Thema Investition in die Bahn in dem Falle Sache der Gemeinde.
Bürgermeister Alexander Pötschke betonte, dass er als Ansprechpartner gern zur Verfügung stehe und helfen wolle. Landrat Udo Witschas wies darauf hin, dass es beim Kreisentwicklungsamt des Landkreises einen Förderlotsen gebe, der bei möglichen Förderprogrammen unterstützen könne.
Er bot an, dass der Verein gemeinsam mit der Beigeordneten Dr. Romy Reinisch, dem Förderlotsen, dem Kreissportbund und gegebenenfalls der Sächsischen Aufbaubank ein Gespräch führen soll, um eine Lösung zu finden.
Oberbürgermeister Holm Große informierte, dass auch über das Projekt Partnerschaften für Demokratie bei der Stadt Bischofswerda Ansprechpartner zur Verfügung stehen würden und es zudem auch eine Möglichkeit gebe, Vereine zu unterstützen.
Schlammentsorgung
Eine Bürgerin aus Medewitz, die sich mit anderen im Verein Honigdorf Medewitz sehr aktiv um den Park und das Dorfleben engagiert, meldete sich zu Wort. Sie hatte erfahren, dass der Medewitzer Löschteich geschlämmt werden müsse und dass der Schlamm aus dem Teich im Park abgelagert werden solle. Im Park finde aber alljährlich im Oktober das Brauchtumsfeuer statt, es befindet sich dort ein Spielplatz und ein Rastplatz für Wanderer. Es können nicht sein, dass dort Schlamm abgelagert werde.
Bürgermeister Alexander Pötschke erläuterte den Hintergrund. Es sei zu viel Schlamm im Löschteich, das behindere die Wasserentnahme beim Löschen. Deshalb müsse der Teich vom Schlamm befreit werden. Die Entsorgung des Schlamms ist allerdings im nassen Zustand sehr viel teurer als im trockenen. Daher werde der Schlamm zwischenzeitlich zum Trocknen auf einem separaten Wiesenstück des Parks gelagert. Der Bauamtsleiter der Gemeinde ergänzte, dass es sich bei der Ablagerung nur um eine Zwischenlösung handle und eine spätere Entsorgung stattfinden werden.
Mehrere anwesende Bürgermeister, darunter auch der Rammenauer Bürgermeister Andreas Langhammer erklärten, dass die Zwischenlagerung und Trocknung ein durchaus gängiger Vorgang in den Gemeinden sei, um die Entsorgung später günstiger zu ermöglichen. Zudem handle es sich um normalen Schlamm, der von den Feldern käme. Dieser sei unbedenklich.
Fazit:
Landrat Udo Witschas bedankte sich am Ende des Abends für die Offenheit und die gute Gesprächsatmosphäre bei allen Gästen. Wichtig sei es im Gespräch zu bleiben, auch, wenn nicht jedes Problem sofort gelöst werden kann. Einander zuzuhören und passende Ansprechpartner für das weitere Vorgehen zu finden, sei ein bedeutender Teil auf dem Weg zur möglichen Lösung.