Bautzen, DER LANDKREIS

Verfahren zur Ländlichen Neuordnung S 106 Salzenforst erfolgreich zum Abschluss gebracht

Gruppe Menschen
Als symbolischer Hinweis auf den Abschluss des Verfahrens wurde eine kleine Bank am Weg in Cölln eingeweiht, die Spaziergänger zum Verweilen nutzen können. V.l.n.r.: Erster Beigeordneter Jörg Szewczyk, Bautzens Finanzbürgermeister Dr. Robert Böhmer, Radibors Bürgermeisterin Madeleine Rentsch, Vorsitzender der Teilnehmer-gemeinschaft Björn Schober
21.08.2026

Mehr als zwei Jahrzehnte hat das Verfahren der Ländlichen Neuordnung S 106 Salzenforst gedauert. Nun sind die wesentlichen Arbeiten abgeschlossen: Die durch den Bau des Autobahnzubringers entstandenen Eingriffe in Eigentum und Bewirtschaftung konnten geordnet, neue Eigentumsverhältnisse gesichert und Nachteile für Landwirtschaft und Landeskultur weitestgehend ausgeglichen werden. Die formelle Schlussfeststellung des Verfahrens wird derzeit vorbereitet.

Zur Abschlussveranstaltung war am 20.08.2026 der Erste Beigeordnete Jörg Szewczyk in Vertretung von Landrat Udo Witschas vor Ort. Er würdigte insbesondere die langjährige und konstruktive Zusammenarbeit aller Beteiligten. „Bei rund 200 Beteiligten und einem Verfahrensgebiet von mehr als 500 Hektar unterschiedliche Interessen zusammenzuführen, braucht Zeit, Ausdauer und vor allem die Bereitschaft, immer wieder gemeinsam nach tragfähigen Lösungen zu suchen. Dass dies gelungen ist, ist ein Erfolg aller Beteiligten“, so Szewczyk.

Das Verfahren der Ländlichen Neuordnung S 106 Salzenforst wurde am 27. Februar 2004 angeordnet. Anlass war der Neubau des Autobahnzubringers S 106 zwischen der A 4 und der B 96. Für den Straßenbau sowie die erforderlichen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen wurden innerhalb des Verfahrensgebietes rund 31 Hektar Fläche benötigt. Im ursprünglichen Bestand waren 547 Flurstücke mit rund 200 Beteiligten betroffen. Das Verfahrensgebiet erstreckte sich über Flächen der Stadt Bautzen und der Ge-meinde Radibor und umfasste zuletzt rund 523 Hektar.

Ab Mitte 2004 entstand auf einer Länge von etwa 3,8 Kilometern der neue Anschluss des Autobahnzubringers an die B 96. Ende 2006 wurde die Strecke für den Verkehr freigegeben. Für die Flurneuordnung begann damit jedoch ein wesentlicher Teil der Arbeit erst: Grundstücke mussten neu geordnet, Flächen für den Straßenbau bereitgestellt, Entschädigungen geregelt und die durch die neue Trasse entstandenen Beeinträchtigungen für Bewirtschaftung und Zuwegung ausgeglichen werden.

Ziel war es, trotz der durch den Straßenbau entstandenen Zerschneidung von Flächen eine sachgerechte Grundstücks- und Agrarstruktur zu schaffen. Dazu gehörte auch, bestehende Wegebeziehungen zu berücksichtigen und Nachteile für Landwirtschaft, Landeskultur und Umwelt so weit wie möglich zu minimieren.

Der Flurbereinigungsplan konnte im Mai 2021 abschließend aufgestellt werden. Nach der Klärung der dagegen erhobenen Einwände und rechtlichen Fragen trat der neue Rechtszustand zum 1. Juni 2024 ein. Inzwischen wurden auch Kataster und Grundbuch an die neuen Eigentumsverhältnisse angepasst und die Schlussrechnung durchgeführt.

Der Autobahnzubringer S 106 selbst ist für den Landkreis von großer Bedeutung. Er verbessert die Anbindung an die A 4, stärkt unter anderem den Wirtschaftsstandort Salzenforst und schafft für Unternehmen und Menschen aus den umliegenden Gemeinden sowie dem nördlichen Landkreis eine wichtige Verkehrsverbindung. Gleichzeitig trägt er dazu bei, Ortslagen vom Durchgangsverkehr zu entlasten.

„Große Infrastrukturvorhaben sind für die Entwicklung unseres Landkreises wichtig. Ebenso wichtig ist aber, dass die damit verbundenen Eingriffe in Eigentum und bestehende Strukturen anschließend vernünftig, gerecht und dauerhaft geregelt werden. Genau dafür ist die Flurneuordnung ein wichtiges Instrument“, betonte Szewczyk.

Ein großer Dank gilt der Teilnehmergemeinschaft und ihrem Vorstand, dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr, der Stadt Bautzen, der Gemeinde Radibor, den Eigentümern und Bewirtschaftern sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Flurneuordnung des Landkreises Bautzen für die langjährige Zusammenarbeit.