Am 30.06.2026 wurde die Rettungswache in Sdier offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Vertreter des Landkreises Bautzen, der Gemeinde Großdubrau, der Krankenkassen, des DRK-Kreisverbandes Bautzen sowie der am Bau beteiligten Unternehmen und Planungsbüros nahmen an der Veranstaltung teil.
„Mit der neuen Rettungswache stärken wir die rettungsdienstliche Versorgung im nordwestlichen Teil unseres Landkreises nachhaltig. Schnelle Hilfe im Notfall ist ein wesentlicher Bestandteil der öffentlichen Daseinsvorsorge und für die Menschen vor Ort von großer Bedeutung“, betonte Landrat Udo Witschas.
Die Rettungswache entstand innerhalb eines Jahres. Nach dem Baustart am 14. Juli 2025 konnten die Arbeiten planmäßig abgeschlossen werden. Die Investitionskosten belaufen sich auf rund 1,93 Millionen Euro; sie werden durch die Krankenkassen vollständig refinanziert. An Planung und Bau waren drei Planungsbüros sowie rund 25 Unternehmen beteiligt.
Der neue Standort ergänzt das bestehende Netz der Rettungswachen im Landkreis. Die Wache befindet sich in verkehrsgünstiger Lage an der B 156 und verbessert insbesondere die rettungsdienstliche Versorgung im Raum Großdubrau, Radibor, Malschwitz und der angrenzenden Regionen.
Das eingeschossige Gebäude umfasst einen Sozialtrakt mit Aufenthalts-, Ruhe-, Büro-, Lager- und Sanitärräumen, einen Verbindungsbau mit Logistik- und Desinfektionsbereich sowie eine Fahrzeughalle für einen Rettungswagen und einen Krankentransportwagen. Die Rettungswache ist für insgesamt 24 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konzipiert. Gleichzeitig können bis zu sechs Beschäftigte sowie zwei Auszubildende ihren Dienst am Standort versehen.
Besonderes Augenmerk wurde auf moderne Arbeitsbedingungen gelegt. So verfügt die Rettungswache unter anderem über flexible Umkleidebereiche sowie einen Praxisanleiterraum. Damit ist der Standort zugleich als Lehrrettungswache ausgelegt und bietet gute Voraussetzungen für die Ausbildung zukünftiger Rettungsfachkräfte.
Eine Herausforderung während der Bauphase stellte die technische Erschließung des Grundstücks dar. Insbesondere die Anbindung an die Abwasserentsorgung erforderte umfangreiche Abstimmungen mit dem Abwasserzweckverband „Kleine Spree“. Dank der engen Zusammenarbeit aller Beteiligten konnten auch diese Aufgaben erfolgreich gelöst werden.
Landrat Witschas dankte allen, die zum Gelingen des Projekts beigetragen haben. Sein besonderer Dank galt der Agrargenossenschaft Heidefarm Sdier, insbesondere Geschäftsführer Ronny Jannasch, für die vielfältige Unterstützung während der Bauzeit. Dazu gehörten unter anderem die Nutzung von Zufahrten, die Unterstützung bei der Entwässerung sowie die Bereitstellung von Infrastruktur für die Baustelleneinrichtung.
Die Rettungswache Sdier ist der erste von insgesamt drei geplanten Neubauten im Landkreis Bautzen. Weitere Standorte sind für die Jahre 2027 in Crostwitz sowie 2028 am südlichen Stadtrand von Hoyerswerda vorgesehen. Mit diesen Investitionen verfolgt der Landkreis das Ziel, die rettungsdienstliche Infrastruktur langfristig an die Anforderungen einer modernen Notfallversorgung anzupassen und die Einsatzfähigkeit dauerhaft zu sichern.