Bautzen, DER LANDKREIS

Grundstein für den Erweiterungsbau der Steinmetzschule in Demitz-Thumitz gelegt

Symbolbild: ein Bauhelm, Arbeitshandschuhe und Gehörschutz liegen auf einer Bauplatte
03.07.2026

Ein starkes Fundament für ein besonderes Handwerk

vier hockende Männer vor einer Bautafel halten eine kupferfarbene Dose
von links:Schulleiter Christoph Koban, Landrat Udo Witschas, Thomas Graupner vom Sächsischen Ministerium für Kultus und Alexander Poetschke Bürgermeister von Demitz-Thumitz

Am 02. Juli wurde In Demitz-Thumitz der Grundstein für den Erweiterungsbau der Sächsischen Steinmetzschule gelegt. Das Vorhaben passt in besonderer Weise zu dem Ort, der als Granitdorf bekannt ist und eng mit dem Granitabbau sowie der Steinverarbeitung verbunden ist.

Die Sächsische Steinmetzschule gehört zum Beruflichen Schulzentrum Kamenz und befindet sich in Trägerschaft des Landkreises Bautzen. Sie zählt zu den wenigen Ausbildungsstätten dieser Art in Deutschland. Viele Auszubildende kommen aus ganz Ostdeutschland nach Demitz-Thumitz, um hier das Steinmetz- und Bildhauerhandwerk zu erlernen.

„Als Schulträger investieren wir hier nicht allein in Gebäude und Technik. Wir investieren in junge Menschen, in Fachkräfte, in die Zukunft des Handwerks und in einen Ausbildungsstandort, der weit über unseren Landkreis hinaus Bedeutung hat“, sagte Landrat Udo Witschas anlässlich der Grundsteinlegung.

Mit dem Erweiterungsbau entstehen zwei neue Klassenräume mit Vorbereitungsräumen sowie eine große Aula im Erdgeschoss. Auch der Brennofenraum wird in den Neubau integriert. Ein Aufzug verbessert künftig die barrierefreie Erschließung der Schule.

Ein weiterer zentraler Bestandteil ist der Neubau eines CNC-Gebäudes mit Kranbahn, CNC-Säge und integriertem Schrägklärer. Damit wird die Ausbildung technisch deutlich erweitert. In Demitz-Thumitz treffen künftig handwerkliche Tradition und moderne Fertigungstechnik noch stärker aufeinander – gewissermaßen Meißel und CNC unter besten Bedingungen.

Zum Gesamtvorhaben gehören außerdem die Neueindeckung des Schauerdachs, eine zentrale Abluftanlage für die Außenarbeitsplätze sowie die Neugestaltung des Geländes. Insgesamt sind 27 Gewerke an der Baumaßnahme beteiligt.

Die Kosten liegen nach der Entwurfsplanung rund 5,45 Millionen Euro. Baubeginn war im Mai 2026. Die Fertigstellung ist für Dezember 2027 geplant.

Für den Landkreis Bautzen ist der Erweiterungsbau zugleich das größte Bildungsprojekt im Rahmen des Just Transition Fund. Der Just Transition Fund ist ein Europäisches Förderprogramm, das den Strukturwandel in den sächsischen Kohleregionen unterstützt. Das Vorhaben zeigt, dass Strukturwandel nicht nur durch neue Ansiedlungen entsteht. Er gelingt auch dort, wo vorhandene Stärken weiterentwickelt und zukunftsfähig gemacht werden. In Demitz-Thumitz wird dabei nicht auf Sand gebaut, sondern auf einem Fundament aus Tradition, Fachwissen und regionaler Identität.

Landrat Udo Witschas dankte bei der Grundsteinlegung der Schulleitung, dem Kollegium, den Planern, Unternehmen und beteiligten Gewerken. Ein besonderer Dank galt außerdem dem Gemeinnützigen Förderverein des Steinmetz- und Bildhauerhandwerkes e.V. sowie dem Landesinnungsverband des Steinmetz- und Bildhauerhandwerks Sachsen mit Landesinnungsmeister Tobias Neubert für die fachliche Begleitung und Unterstützung.

Mit dem Erweiterungsbau erhält die Sächsische Steinmetzschule moderne Bedingungen für eine Ausbildung, die handwerkliche Tradition und digitale Zukunft miteinander verbindet.

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