Bautzen, DER LANDKREIS

Amerikanische Faulbrut: Landratsamt legt Sperrbezirke fest. Auflagen für Bienenhalter

15.10.2019 -

Tierseuchenrechtliche Allgemeinverfügung zum Schutz vor der Amerikanischen Faulbrut - Faulbrutsperrbezirke Bautzen/Doberschau-Gaußig und Weißenberg/Malschwitz/Hochkirch festgelegt

Was müssen Bienenhalter in den Sperrbezirken tun?

Das Landratsamt Bautzen. Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt legt in der Allgemeinverfügung für dei Sperrbezirke folgendes fest:

  1. Die Bienehalter müssen alle Bienenvölker und Bienenstände im Sperrbezirk unverzüglich durch auf Amerikanische Faulbrut amtstierärztlich untersuchen lassen.
  2. Bewegliche Bienenstände dürfen von ihrem Standort nicht entfernt werden.
  3. Die Bienehalter dürfen Bienenvölker, lebende oder tote Bienen, Waben, Wabenteile, Wabenabfälle, Wachs, Honig, Futtervorräte, Bienenwohnungen und benutzte Gerätschaften nicht aus den Bienenständen entfernen.
  4. Bienenvölker oder Bienen dürfen nicht in den Sperrbezirk gebracht werden.

Für welche Gebiete gilt die Allgemeinverfügung?

Der Sperrbezirk Bautzen/Doberschau-Gaußig umfasst

  • das gesamte Stadtgebiet Bautzen
  • folgende Ortsteile der Stadt Bautzen
    • Teichnitz,
    • Rattwitz,
    • Stiebitz,
    • Oberkaina
    • Strehla
  • folgende Ortsteile der Gemeinde Doberschau-Gaußig.
    • Doberschau
    • Preuschwitz

Der Sperrbezirk Weißenberg/Malschwitz/Hochkirch umfasst

  • folgende Ortsteile der Stadt Weißenberg
    • Wurschen
    • Drehsa
    • Kumschütz
    • Gröditz
    • Nechern
    • Kotitz,
    • Belgern
    • Cortnitz
  • folgende Ortsteile der Gemeinde Hochkirch
    • Wawitz
    • Rodewitz
  • und folgende Ortsteile der Gemeinde Malschwitz
    • Baruth
    • Rackel
    • Preititz
    • Buchwalde
    • Cortnitz
    • Brießnitz

Grund für den Erlass der Allgemeinverfügung

Das Landratsamt Bautzen, Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt  erließ die Allgemeinverfügung, weil in den Sperrbezirken der Ausbruch der Amerikanischen Faulbrut amtlich festgestellt wurde.

Die Tierseucherechtliche Allgemeinverfügung des Landratsamtes Bautzen, Lebensmittelüberwachungs- und Veterinätamt

Die Amerikanische Faulbrut. Ein Steckbrief

Die Amerikanische Faulbrut ist eine gefährliche Erkrankung der Honigbienen und eine anzeigepflichtige Tierseuche. Für Menschen sind die Erreger allerdings völlig ungefährlich. Honig und Imkereierzeugnisse können bedenkenlos verzehrt werden.

Der Erreger Paenibacillus larvae ist ein sporenbildendes Bakterium, das ausschließlich die Bienenbrut befällt. Erwachsene Bienen erkranken nicht. Wenn die Bakterien in hoher Konzentration vorkommen, besteht die Gefahr, dass sie die Darmwand der Larven sowie weitere Organe befallen, was zum Absterben der Larve führt.

Sind die Bedingungen für das weitere Wachstum nach dem Tod der Larve ungünstig, bilden die Bakterien bei ihrem eigenen Absterben große Mengen sehr widerstandsfähige und lange keimfähige Sporen, die infektiös bleiben und erneut für junge Larven gefährlich sein können.

Symptome der Amerikanischen Faulbrut:

  • Entstehung einer braunen, fadenziehende Masse, wenn die betreffende Larve bereits verdeckelt war
  • löchrige, eingesunkene Zelldeckel
  • lückenhaftes Brutnest
  • Faulbrutschorfe am Grund der Zellen, in denen Larven abgestorben sind

Bei einem zweiten Typ der Amerikanischen Faulbrut, der Eric 2 genannt wird, kommen die klassischen Symptome nicht vor.

Bei dieser Form der Erkrankung sterben die Bienenlarven in der Mehrzahl vor dem neunten Tag nach der Eiablage ab, so dass die abgestorbenen Larven von Ammenbienen aus den Zellen entfernt werden, ohne dass dies Fachleute bei der Untersuchung des Brutbildes erkennen können. In ihrer Wirkung unterscheiden sich die beiden Faulbruttypen kaum. Bei Untätigkeit führen beide Typen zum Absterben der Bienenvölker.

Bekämpfung der Krankheit ist dringend geboten

Werden Faulbrutsporen nachgewiesen funktioniert die Sanierung von Bienenständen nur durch eine abgestimmte Seuchenbekämpfung. Dabei werden durch das zuständige Veterinäramt auch andere Bienenstände im engeren Umfeld des Nachweisortes untersucht. Sind weitere Bienenstände betroffen müssen diese in die Seuchenbekämpfung einbezogen werden.

Die Bienenvölker dieser Imker unterliegen einer Sperre. Wenn alle erkrankten Bienenvölker ermittelt wurden, kann je nach Situation und Erfolgsaussichten ein Kunstschwarmverfahren durchgeführt werden. Hierfür bieten Bienensachverständige und das Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt Hilfestellung. Bestehen keine guten Aussichten zur Tilgung der Seuche muss die Tötung der Völker vom Veterinäramt angeordnet werden.

Wichtig ist konsequente Hygiene

Damit es auf den betroffenen Bienenständen nicht zu einer Reinfektion kommt, müssen Beuten, Rähmchen und alle Gerätschaften der Imkerei, die mit Bienen in Kontakt kommen, desinfiziert werden. Frühestens nach zwei, spätestens neun Monate nach der Tötung oder Behandlung der erkrankten Bienenvölker müssen alle Völker des Bienenstandes zweimal durch den amtlichen Tierarzt nachuntersucht werden. Der Abstand zwischen den beiden Untersuchungen muss mindestens acht Wochen betragen.