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Untere Wasserbehörde

27.08.2019

Das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie informiert: Keine Pflanzenschutzmittel auf Gehwegen!

Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln oder Unkrautvernichtern auf befestigten Flächen ist zum Schutz des Wasser- und Naturhaushaltes verboten.

Die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln zur Vernichtung von Unkraut auf Gehwegen, Terrassen und Garagenzufahrten ist nicht erlaubt. Das Verbot gilt auch für Mittel, die im Handel frei erhältlich sind oder für Produkte, die als biologisch abbaubar gelten.

Ebenfalls ist die Anwendung von Salz und Essig unzulässig. Die Wirkstoffe können bei Regen von befestigten oder versiegelten Flächen über die Kanalisation ins Grund- und Oberflächenwasser gelangen und Menschen und Tiere in ihrer Gesundheit beeinträchtigen.

Ausnahmegenehmigung für Land- und Fortwirtschaft

Das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie weist daraufhin, dass die so genannten Herbizide nur auf Flächen verwendet werden dürfen, die landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzt werden. Auf befestigten Flächen dürfen Pflanzenschutzmittel dagegen nur mit einer behördlichen Ausnahmegenehmigung ausgebracht werden.

Berufliche Anwender im Dienstleistungssektor oder Garten- und Landschaftsbau können in begründeten Fällen eine Ausnahmegenehmigung beim Referat Pflanzenschutz des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie beantragen. Dazu müssen sie

  • die Fläche,
  • das Pflanzenschutzmittel,
  • die Notwendigkeit der Anwendung darlegen sowie
  • den Nachweis der Sachkunde des Anwenders

erbringen. Der Genehmigung dürfen öffentliche Interessen nicht entgegenstehen. Vorrang haben dabei der Schutz der Gesundheit von Mensch und Tier sowie des Naturhaushalts.

Bei Verstoß droht Bußgeld

Der Kontrolldienst Pflanzenschutz im Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie überprüft stichprobenhaft die Einhaltung der Genehmigungen unter anderem die Sachkunde der Anwender, die behandelte Fläche und die geforderte Dokumentation über den Pflanzenschutzmitteleinsatz. Sofern die Kontrolleure auf Pflanzenschutzmittelanwendungen stoßen, für die keine Genehmigung erteilt wurde, kann ein Bußgeld verhängt werden.

Alternativen sind Fugenkratzer, Stahlbürste oder Hochdruckreiniger

Private Anwender, wie Eigenheimbesitzer, würden dem Landesamt zufolge grundsätzlich keine Ausnahmegenehmigung erhalten. Zum einen, weil  sie nicht über die notwendige Sachkunde im Pflanzenschutz verfügen, zum anderen, weil es zumutbar erscheint, kleinere befestigte Flächen auf dem Grundstück, der Garageneinfahrt oder auf dem Gehweg vorm Haus alternativ zu behandeln.

Das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie empfiehlt, bei unerwünschtem Pflanzenbewuchs, statt chemischer Mittel, Fugenkratzer, Stahlbürsten oder einen festen Besen zu verwenden. In der Praxis bewährt haben sich auch Hochdruckreiniger oder Gasflammgeräte, wenn die befestigen Flächen auf dem Grundstück doch etwas größer ausfallen.

 

Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf der Seite des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Ihre Fragen zum Thema beantworten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Umwelt- und Forstamt, Sachgebiet Untere Wasserbehörde

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