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Landrat - Krajny rada

Von Zeit zu Zeit - Februar 2019

Von Zeit zu Zeit stellt sich unabhängig aller Diskussionen um Klimawechsel und Erderwärmung doch noch Winterwetter ein

Unabhängig davon sind die Veränderungen offenkundig. Zumindest in den mittleren Höhen ist von verlässlichen Schneelagen nicht mehr zu sprechen. Auch unsere klassischen Wintersportgebiete in Sohland an der Spree, am Valtenberg in Neukirch/Lausitz, in Schirgiswalde oder Elstra sind davon betroffen. Abhilfe wird teils durch Kunstschnee oder Matten geschaffen, wobei es für „normale" Hänge und Loipen keine wirklichen Alternativen gibt.

Sei es wie es sei. Über die Ursachen wird vortrefflich diskutiert. Die Einen sind davon überzeugt, dass der Mensch alleinig die Ursachen setzt. Andere führen die Neigungsschwankungen der Erdachse und dynamische Veränderungen der Erdrotationsparameter, also die Lage der Erde im Raum und den dadurch veränderlichen Sonnenabstand an. So wird auf Kalt- und Warmzeiten in prähistorischer Vergangenheit verwiesen: Die gab es schon, lange bevor sich der Mensch die Erde zu eigen machte.

Mir selbst fehlen für ein abschließendes Urteil die Kenntnisse. Es wird wohl von allem etwas zutreffen. Vor diesem Hintergrund sind alle Bemühungen zum Klimaschutz, welche in menschlicher Hand liegen, zu begrüßen und zu forcieren. Und hier geht es nicht nur um den Erhalt des Regenwaldes oder die große Energiepolitik.

Es fängt, so wie in den meisten anderen Fällen auch, im ganz Kleinen, Individuellen an. Wie und mit was bewege ich mich, vermeide und trenne ich Abfall? Auf welche Weise bewirtschafte ich mein Grundstück, meinen Garten? Welche Lebensmittel frage ich nach und was sind mir diese wert? Auf welche Art und Weise heizen wir, versuchen wir Energie und Ressourcen zu sparen? Was verbrauche ich für welchen Zweck?

Diese und viele weiteren Fragen sind auch in Verantwortung für nachkommende Generationen immer wieder zu stellen. Und es müssen dafür auch plausible Antworten gefunden werden - plausible Antworten, welche von den Menschen verstanden und im Sinne der damit verbundenen Konsequenzen akzeptiert und mitgetragen werden.

Uns Deutschen spricht man im internationalen Vergleich eine gewisse Gründlichkeit zu. Wir übertreiben es auch des Öfteren damit bis ins Hysterische. Sind wir auf Reisen, bewundern wir die mediterrane Leichtigkeit unserer südlichen Nachbarn - unter anderem. Selbst pflegen wir eher die nordische Depression und betonen in allen Lebenslagen weniger ein zuversichtliches „Ja", sondern mehr das pessimistische „Aber". Ja, es geht uns gut, aber wie lange noch? Diese Denkweise zieht sich durch alle Lebens- und Politikfelder.

Als führende Industrienation verantworten wir zum Beispiel rund 1% der klimaschädlichen Immissionen weltweit. Ursächlich für diesen in Relation zum Energieverbrauch recht geringen Wert sind hohe Standards, die sich im Sinne von Luft- oder Wasserreinhaltung unter anderem am technisch Möglichen ausrichten. Und das ist gut so! Gleichwohl führen wir eine Diskussion, als wäre unser nationales Tun allein für die Veränderung des Weltklimas verantwortlich.

Natürlich haben wir als Technologienation, als Land der Denker und Ingenieure eine Verantwortung in dieser Hinsicht. Und es ist auch unbenommen, dass innovative Lösungen zu Exportchancen und damit zur Verbesserung der Situation über unsere Grenzen hinaus werden können.

Gleichwohl stellt sich die Frage, ob unser Denken im permanenten Krisenmodus berechtigt und geboten ist. Klima, Energie, Diesel, Demokratie, Zuwanderung, Sicherheit, Lebensmittel, Pflege, medizinische Versorgung, soziale Systeme und so weiter und so fort: alles krisen-, mangel-, betrugs- und skandalverdächtig. Die schlechte Botschaft ist die gute.

Beim Diesel zum Beispiel ist es natürlich zu verurteilen, wenn manipuliert und betrogen wurde. Andererseits drängt sich die Frage auf, ob politisch Werte vorgegeben worden sind, welche technisch zumindest zum Entwicklungszeitpunkt nicht umsetzbar waren.

Unabhängig davon ist die deutsche Automobilindustrie weltweit deshalb erfolgreich, weil deren Produkte überzeugen. Auslöser der „Dieselkrise" waren die Ermittlungen einer amerikanischen Umweltbehörde, einer Umweltbehörde, welche toleriert, dass in den USA noch heute Fahrzeuge mit einen Verbrauch von 20 Litern und mehr in Verkehr gebracht werden, einer Behörde, welche die Kündigung der Pariser Klimaschutzvereinbarung durch ihren Präsidenten nahezu klaglos toleriert.

Wir hier in Deutschland reagieren mit Fahrverboten und einer Diskussion, welche Hersteller, Händler und Verbraucher gleicher Maßen in die Ecke stellt. Verbraucher, die lange sparen und nicht unerhebliche Finanzierungsraten stemmen müssen - und sich nicht ohne weiteres einen neuen Wagen leisten können. Menschen im ländlichen Raum sind und bleiben auf das Auto angewiesen. Auch größte Anstrengungen werden nicht dazu führen, öffentliche Verkehrsleistungen so verfügbar zu haben wie in den Großstädten dieser Republik.

Im Übrigen ist ein nicht geringer Teil der hiesigen mittelständischen Wirtschaft als Zulieferer der deutschen Automobilindustrie der Kern unserer Volkswirtschaft und Beschäftigung. Wenn es stimmt, dass mit der ersten Stunde eines neuen Jahres in Form des Silvesterfeuerwerks etwa 20% des Jahresausstoßes an Stickoxiden insgesamt einhergehen, dann wird die hier zu Lande geführte Debatte mit all den Auswüchsen noch unverständlicher.

Warum gehe ich darauf ein? In einer deutschen Liedzeile heißt es: „...ich hab mir oft den Mund verbrannt, hab das was dumm war, dumm genannt und nicht bedacht, daß man sich Feinde macht..." So wird es auch in diesem Falle sein. Das ist aber dann nicht schlimm, wenn dadurch Diskussionen angeregt werden, die uns weiterbringen. Gerade wir in unseren Breiten haben erlebt was passiert, wenn sich Politik zu weit von der Lebenswirklichkeit entfernt.

Der Landkreis Bautzen hat sich gut entwickelt, Strukturbrüche überstanden. Ob Kohleausstieg oder Diesel- wir werden uns ändern müssen, schon weil die fossilen Ressourcen endlich sind. Wissenschaftliche Erkenntnisse, Vernunft und gesunder Menschenverstand sollten dafür aber Grundlage bleiben.

Helau- kommen Sie gut durch den März und den Abschluss der fünften Jahreszeit!

Ihr
Michael Harig

Wappen des Landkreises Bautzen

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