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Kreisarchiv - Wokrjesny archiw

16.12.2016

Im Kreisarchiv entdeckt

Das Foto zeigt die Anordnung zur Errichtung von Stadt- und Kreisarchiven in der DDR vom 26. Februar 1951

Anordnung zur Errichtung von Stadt- und Kreisarchiven in der DDR, vom 26. Februar 1951. Foto: Landratsamt Bautzen

Anordnung zur Errichtung von Stadt- und Kreisarchiven in der DDR, vom 26. Februar 1951

Hier präsentieren wir Ihnen ein Schriftstück, welches so gar nicht den Unikatcharakter trägt, der Archivalien sonst auszeichnet. Im Gegenteil, der heutige Auszug aus dem Ministerialblatt der Deutschen Demokratischen Republik findet sich aller Wahrscheinlichkeit nach in jedem Archiv und in jeder Bibliothek auf dem Gebiet der früheren DDR.

Dennoch ist dieses Dokument mit seinen Gebrauchsspuren für das Kreisarchiv Bautzen immens wichtig, denn es handelt sich dabei im weitesten Sinne um die Gründungsurkunde des Kreisarchivs. 

Die Regierung der DDR erließ im Juli 1950 eine erste Verordnung über das Archivwesen in der DDR, jedoch erst mit zwei Anordnungen vom Februar 1951 wurden die Stadt- und Landkreise dazu verpflichtet, Verwaltungsarchive oder Stadt- und Kreisarchive zu errichten.

Die neuen Kreisarchive der damaligen Landkreise Bautzen, Hoyerswerda und Kamenz (den Kreis Bischofswerda gab es noch nicht) waren sowohl für das Archivgut der eigenen Kreisverwaltung zuständig als auch für das der kreisangehörigen Gemeinden ohne eigenes Archiv.

Außerdem sollten sie Verwaltungsarchive aufbauen und unterhalten. Insbesondere diese Aufgabe wurde im Laufe der Jahrzehnte zu einem Schwerpunkt im Arbeitsalltag der Archive. Meist gab es nur eine einzige Personalstelle im Archiv, den Sachbearbeiter Archivwesen, der alle Tätigkeiten erledigte.

Nach der politischen Wende 1989/90 war man zunächst unsicher, ob es zur Auflösung der Kreisarchive und Übernahme ihrer Bestände durch die Staatsarchive kommen würde. Innerhalb weniger Jahre erließen jedoch alle östlichen Bundesländer eigene Archivgesetze (Sachsen im Jahr 1993). Diese Vorschriften wiesen den kommunalen Trägern der Selbstverwaltung die Verantwortung für die Archivierung ihres Schriftgutes zu. 

Im Rahmen mehrerer sächsischer Kreisgebiets- und Funktionalreformen reduzierte sich die Zahl der sächsischen Landkreise und damit auch der Kreisarchive auf zehn. Heute besteht von den einstmals vier Kreisarchiven Bautzen, Bischofswerda, Hoyerswerda und Kamenz nur noch das Kreisarchiv Bautzen. Es bewahrt die schriftliche Überlieferung aller vier Altkreise auf und führt im nunmehr 65. Jahr seines Bestehens die Arbeit seiner Vorgängerarchive fort.

  • Auszug aus dem Ministerialblatt der DDR 1951 Nr. 9 Seite 32 mit der Anordnung zur Errichtung von Stadt- und Kreisarchiven, vom 26. Februar 1951. Foto: Kreisarchiv
  • Auszug aus dem Ministerialblatt der DDR 1951 Nr. 9 Seite 33 mit der Anordnung zur Errichtung von Stadt- und Kreisarchiven, vom 26. Februar 1951. Foto: Kreisarchiv
  • Ausschnitt aus dem Ministerialblatt der DDR 1951 Nr. 9. Foto: Kreisarchiv