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Kreisarchiv - Wokrjesny archiw

11.11.2013

Im Kreisarchiv entdeckt

Abbildung der Bauzeichnung "Schloss Gaußig Souterrain"

Bauzeichnung "Schloss Gaußig Souterrain" vor und nach der Restaurierung, Fotos: Buchrestaurierung Leipzig GmbH, Kreisarchiv

Bauzeichnung "Schloss Gaußig, Souterrain"

Eine außergewöhnliche Akteneinsicht, die sich im Januar 2012 im Bauaktenarchiv Bautzen zutrug, gab Anlass zu unserer aktuellen Entdeckung. Ein Student hatte sich für seine Dissertation über einen königlich-sächsischen Oberlandbaumeister nach Akten zum Schloss Gaußig erkundigt, weshalb unsere Aufmerksamkeit dieses Mal einer Bauzeichnung gelten soll.

Die schriftlichen Quellen über Gaußig erwähnen bereits für das Jahr 1245 einen Herrensitz - das heutige Schloss, das von einem der „schönsten Rhododendronparks der Oberlausitz“[1] umgeben ist, wurde um das Jahr 1700 erbaut.

Wie die meisten Schlösser und Herrenhäuser in unserer Region durchlebte auch Gaußig nach dem Ende des 2. Weltkrieges eine wechselvolle Geschichte: Nutzung durch Armeetruppen, Umwandlung in ein Erholungsheim für Professoren, Tagungsstätte, zeitweiliger Leerstand, heute ein elegantes Schlosshotel.

Bei den Vorbereitungen zur Akteneinsicht des Studenten bemerkten die Archivbeschäftigten, dass die Bauakte stark beschädigt war und eigentlich für die Benutzung hätte gesperrt werden müssen. Insbesondere die Bauzeichnungen waren in zahlreiche Einzelteile zerfallen.

Das obere Bild zeigt eine recht gut erhaltene Bauzeichnung. Dennoch sind auch hier die so genannten „Fehlstellen“ deutlich erkennbar. Es handelt sich dabei um Knicke, Risse und Abrisse im Blatt, die durch mechanische Beschädigung verursacht werden.

Da der Student für eine wissenschaftliche Forschungsarbeit recherchierte, war das Archiv bereit, ihm eine Ausnahmegenehmigung zu erteilen. Unser Student bedankte sich, indem er half, die Bauzeichnungen einigermaßen zusammen zu puzzeln. Mehrere Stunden verwendete er darauf, und im Ergebnis konnte die Restaurierung dieser wertvollen Bauakte und der zugehörigen Bauzeichnungen in Auftrag gegeben werden.

Auf dem Restaurierungsprotokoll ist vermerkt, dass der Restaurator die Akte zunächst reinigte und sie einer Wässerung unterzog; auf diese Weise konnte er die verformten Blätter glätten. Anschließend leimte er die Unterlagen nach, um dem Papier bessere Festigkeit zu verleihen. Er ergänzte Fehlstellen innerhalb der Akte und zog die Bauzeichnungen auf Karton auf (siehe unteres Bild).

Die Anfrage des Studenten brachte diese Ereignisse ins Rollen, und das Bauaktenarchiv freut sich darüber, dass die Akte zum Umbau des Schlosses Gaußig im Jahre 1872 nun wieder in gutem Zustand ist.

 

Quelle: Bauaktenarchiv Bautzen, Bestand Bauakten der Gemeinden Altkreis Bautzen, SGB B-alt 1431, Akte „Graf Schall-Riaucour, Gaußig, Bauten am Schlossgebäude zu Gaußig betr.“

1] Vergleiche Panse, Ernst (Herausgeber): Parkführer durch die Oberlausitz. Bautzen: Lusatia Verlag 1999. Seite 89.
  • Bauzeichnung "Schloss Gaußig Souterrain" vor der Restaurierung, Foto: Buchrestaurierung Leipzig GmbH
  • Bauzeichnung "Schloss Gaußig Souterrain" nach der Restaurierung, Foto: Kreisarchiv