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Landrat - Krajny rada

Von Zeit zu Zeit - Februar 2018

Von Zeit zu Zeit ist es gute Praxis, Fragen der Teilhabe am wirtschaftlichen Erfolg zu verhandeln.

Auch Teuerungsraten, fachlich korrekter Inflation genannt, spielen dabei eine nicht unbedeutende Rolle. Auf was will er hinaus, wird sich der eine oder die andere Leserin nun fragen. Nun, es geht mir um die Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst, welche in den nächsten Wochen und Monaten anstehen.

Seitens der Gewerkschaften wurden am Anfang des zu Ende gehenden Monats die Forderungen formuliert: 6 Prozent lineare Gehaltserhöhung, mindestens aber 200 Euro pro Monat mehr, unabhängig von der jeweiligen Vergütungsgruppe. Hinzu kommen Anpassungen bei Arbeitszeit und Sonderzahlungen. Im ersten Fall Anpassungen nach unten und im zweiten Fall nach oben. Das Ganze soll für 12 Monate gelten.

„Guter Lohn für gute Arbeit“. Ich glaube, dass sich jeder dieser Forderung anschließen kann. Gerechtigkeit und ein fairer Ausgleich sind auch Grundlage für sozialen Frieden im Lande. Nichts benötigen wir mehr. Gleichwohl möchte ich in meiner Funktion als Präsident des Kommunalen Arbeitgeberverbandes Sachsen auf einige Zusammenhänge verweisen:

Das Ergebnis des wirtschaftlichen Tätigseins, die Produktivität, entsteht der reinen Lehre nach im Wesentlichen aus 3 Faktoren: Wissen, Kapital und Arbeit.

Wissen ist die Grundlage für alles. Kapital, also Geld, wird benötigt, um Werkzeuge, Maschinen, Anlagen und Gebäude vorzuhalten. Und tätige Arbeit per Hand und Kopf führt erst dazu, dass Werte in Form von Produkten oder Dienstleistungen entstehen können.

In der Industrie ist es durch den technischen Fortschritt gelungen, ein Höchstmaß an Produktivität zu erreichen. Automatisierung und Digitalisierung sind nur zwei Stichworte in dieser Hinsicht. In anderen Branchen, wie im Handwerk, dem Handel oder auch der Landwirtschaft ist das in diesem Maß so nicht möglich - selbst wenn auch hier in der Vergangenheit erhebliche Veränderungen von Statten gegangen sind.

Wer sich mit der Tarifentwicklung beschäftigt, wird feststellen, dass die Abschlüsse in den hoch technisierten Bereichen, also Metall, Elektrotechnik-Elektronik sowie Chemie, immer die ersten sind. Warum ist das so?

In den genannten Branchen liegt der Anteil der Personalkosten an den Gesamtkosten in der Regel unter 15 Prozent. Die großen Automobilbauer und Chemieriesen lassen ihre Bänder nicht gern stillstehen und neigen deshalb recht schnell zu Abschlüssen. Zu Abschlüssen, welche gut für die Beschäftigten sind und in Relation zu den Gesamtkosten zumindest von Großunternehmen schnell verkraftet werden können.

Der öffentliche Dienst lehnt sich dann an diese Abschlüsse an, obwohl Produktivität und deren Steigerung nicht Grundlage sein kann. Das Aufgaben- und damit  "Produktionsspektrum“ ist ein ganz anderes. Es entstehen eben keine verkaufbaren Waren im eigentlichen Sinne. Unterschiedlich im Niveau ziehen andere Branchen nach.

Die Folge ist eine allgemeine Teuerung: Strom, Heizung, Wasser, Abwasser, Dienst- und Handwerksleistungen, Material, Steuern, Abgaben. Dort, wo diese Faktoren, also Arbeit, Kapital und Wissen, nicht im gleichen Schrittmaß optimiert werden können, stößt man an Grenzen.

Kleine Geschäfte oder Gasthöfe schließen, da deren Betreiber die gestiegenen (Lebenshaltungs-)Kosten nicht mehr erwirtschaften können. In anderen Bereichen wie der Landwirtschaft geht der Trend zu Größe und Konzentration unvermindert weiter.

Internethandel und die Forderungen nach einer „Rundumversorgung“ auf nahezu allen Gebieten unseres Seins tun ihr Übriges. Nur mit Verteilungsdiskussionen wird diese Spirale nicht zu stoppen sein.

Was folgt daraus? Einkommenszuwächse müssen in Abständen sein, denn die Welt dreht sich unaufhörlich. Unabhängig davon ist auch hier Maß gefragt. Zugegebenerweise ist die Diskussion schwierig, da die Maßlosigkeit zum Zeitgeist geworden ist. Unanständige Managergehälter nenne ich hier ebenso wie sprachlos machende Transfer- und Gehaltszahlungen an Profisportler, vor allem im Fußball- oder Rennsport.

Die eingangs erwähnte Forderung im öffentlichen Dienst schlägt beim Landkreis mit rund 6 Millionen Euro jährlich zu Buche. Was dies dann bedeutet, werden wir sehen. Es wird ein Ergebnis geben müssen. Dafür, dass die Diskussion darüber heftig werden wird, bitte ich schon jetzt um Verständnis.

Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Monat März. Ostern - und damit Hoffnung - lässt bereits grüßen.

Ihr

Michael Harig

Wappen des Landkreises Bautzen

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