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Landrat - Krajny rada

Von Zeit zu Zeit - September 2017

Von Zeit zu Zeit werde ich an ein Gleichnis erinnert..

... welches ein väterlicher Freund vor vielen Jahren immer wieder in verschiedenen Situationen formulierte. Er gebrauchte es, um Zusammenhänge zu verdeutlichen: „Wenn ein Zug in die falsche Richtung fährt, dann bringt es auch nichts, als einzelner Fahrgast in der Bahn gegen die Fahrtrichtung zu laufen.“

Deutschland hat gewählt - und Sachsen ist ein besonderer Teil des Ganzen. Nun, wenn man sich unsere Republik im Vergleich zu anderen betrachtet, fährt der Zug nicht gänzlich in die falsche Richtung. Es stellt sich dennoch die Frage, ob es die Richtige ist.

Freie und geheime Wahlen sind das Fundament einer Demokratie. Insofern sind Ergebnisse zu respektieren und den Gewinnern ist zu gratulieren. Unabhängig davon muss Ursachenforschung betrieben werden, was, wie und warum zu Veränderungen geführt hat.

Betrachten wir die Bundestagswahlen seit 1990, fallen verschiedene Aspekte auf. So waren die Wahlen bis 2005 in erster Linie von innenpolitischen Themen beeinflusst. Die Deutsche Einheit, die damit verbundenen Schwierigkeiten, die dann zu einem Regierungswechsel führten, bis hin zur sogenannten Agenda 2010 (Harz 4).

Seit der Finanz- und Wirtschaftskrise der Jahre 2007/2008 dominiert Außenpolitisches und damit verbundene Wirkungen: die Diskussion um die Vergemeinschaftung der Europäischen Schuldenlast etwa oder aber der Arabische Frühling mit einer bisher nicht gekannten Zuwanderung von Menschen aus anderen Kulturkreisen.

All das verunsichert die Menschen. Innere Sicherheit wird in einer zunehmend grenzenlosen Welt mehr als je zuvor zum Grundbedürfnis. Darüber hinaus gibt es Themen, welche einen latenten Unmut verstärken und die von den „politischen Eliten“ nicht oder zu wenig gespiegelt werden. Die nicht mehr vorhandenen Zinsen etwa und deren Wirkung auf das Ersparte fürs Alter.

Von amerikanischen Umweltbehörden lassen wir uns Motoren-Technologien klein reden - und stimmen kräftig ein, ohne zu erwähnen, welche Fahrzeuge dort heute noch gebaut und verkauft werden. Die Menschen im ländlichen Raum haben lange auf ihr Auto gespart oder tragen dies mit hohen Raten ab. Sie sind anders als in den Großstädten darauf angewiesen und können Diskussionen um Fahrverbote in Innenstädten nicht verstehen.

Die Wirkung auf die bei uns beheimatete Zulieferindustrie und die Sicherheit der Arbeitsplätze spielt eine damit verbundene Rolle. Ähnlich der Energiepolitik im Großen sind die „Mobilitätsalternativen“ flächendeckend nicht vorhanden und für „Normalverdiener“ noch lange nicht erschwinglich.

Wir feiern die „Ehe für alle“ wie einen Nobelpreis und vernachlässigen die, die eigentlich die kleinste Zelle der Gesellschaft geben sollen und diese auch sind. Wir betreiben Artenschutz ohne Rücksicht auf Verluste und machen für all das die Europäische Union zum einzig Verantwortlichen.

Und wir haben auch ein Problem, wie wir mit unseren Erfolgen umgehen. Betrachten wir unsere Städte und Gemeinden, so können wir auch anhand von Bildvergleichen eine Entwicklung ableiten, die in so kurzer Zeit in der Geschichte ihre Beispiele sucht. Wir erwähnen gute und beste Ergebnisse in den Bereichen Wirtschaft, Bildung oder Umwelt und werden dafür außerhalb auch bewundert, teilweise beneidet. Im Inneren befassen wir uns jedoch ausschließlich mit dem „aber“.

Ich habe an dieser Stelle immer versucht die Entwicklung unseres Landkreises neutral zu beschreiben. Nach 27 Jahren in kommunalen Wahlfunktionen aber bitte ich für diesen Befund unseres Seins in Ansätzen um Verständnis. Es bleibt zu hoffen, dass es gelingt, Richtungskorrekturen vorzunehmen.

Wir Wähler haben entschieden. Ich danke allen, die als Kandidaten zur Verfügung standen. Wahlen werden durch Auswählen zur Wahl. Dank auch allen, die durch ihren Dienst in den Wahlvorständen den erforderlichen Rahmen für freie und geheime Wahlen gewährleisteten. Und natürlich auch Dank an alle, die ihr Wahlrecht ausgeübt haben.

Es geht um unser Land, es geht um Deutschland als größte Nation und Volkswirtschaft in Europa. Es geht um ein Miteinander im Inneren und Äußeren, welches Frieden im Kleinen wie im Großen braucht wie das tägliche Brot. Es geht um eine Zukunft, die nicht von Ängsten, sondern von Visionen und dem Vertrauen in die eigene Kraft geprägt sein sollte.

Antworten auf die Zukunftsfragen zu finden ist unser gemeinsames Anliegen. Einen Anspruch auf die alleinige Wahrheit hat dabei jedoch niemand. Auch das Ergebnis der Bundestagswahl vom vergangenen Wochenende ist lediglich ein Anfang einer neuen Legislaturperiode. Im Ergebnis erst beweist sich Können und Wahrhaftigkeit.

Ihr

Michael Harig
Landrat

10 Jahre Landkreis Bautzen

Die Abbildung zeigt das Logo zu 10 Jahre Landkreis Bautzen

Wappen des Landkreises Bautzen

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