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Landrat - Krajny rada

Von Zeit zu Zeit - August 2017

Von Zeit zu Zeit muss und soll der Alltag Pause machen

Im individuellen Sein organisieren wir uns diese Unterbrechungen in Form von Familienfeiern, durch Begegnungen mit Freunden, mittels Konzert- oder Theaterbesuchen, Sport, über Ausflüge oder Urlaubstage - und so weiter und so fort. Im Gesellschaftlichen funktioniert sind es die Sonn- und Feiertage oder sportliche und sonstige Großereignisse.

Ein solches Großereignis ist der „Tag der Sachsen“, welcher an diesem Wochenende vom 01.bis 03. September ganz in unserer Nähe, in Löbau, stattfindet. Zahlreiche Vereine, öffentliche und private Institutionen aus dem gesamten Freistaat stellen sich vor. Vielfalt wird erlebbar. Konzertbühnen der großen öffentlichen und privaten Fernseh- und Rundfunkstationen ergänzen das Ganze zum größten Volksfest unseres Bundeslandes.

Bei den bisherigen Gastgebern unseres Landkreises, in Hoyerswerda und Kamenz, werden dadurch sicher angenehme Erinnerungen wach. So Sie dieses Wochenende noch nichts vorhaben, sollten Sie sich dieses Ereignis nicht entgehen lassen. Übrigens: der ZVON stellt in Zusammenarbeit mit den Veranstaltern zahlreiche attraktive und zusätzliche Beförderungsmöglichkeiten per Bahn und Bus zur Verfügung.

Eine andere Gelegenheit dem Alltag zu entfliehen, bieten die 16. „Lausitzer Fischwochen“ vom 23.09. bis zum 05.11.2017. Hier gewährleisten 35 Partner - von der Teichwirtschaft über Naturschutzstationen bis hin zu Gasthöfen und Restaurants - einen fachlichen und kulinarischen Eindruck rund um das Thema Karpfen und einheimischen Fisch.

Gemeinsam mit dem offiziellen Start der Sächsischen Karpfensaison 2017 findet die Eröffnung am 23. September, ab 10.00 Uhr am Inselteich in Radibor statt. Auch hier lohnt sich ein Besuch ganz bestimmt.

Am 15.09.2017 beginnt eine Veranstaltung ganz anderer Art. Mit einer Neuauflage der „Interkulturellen Woche“ werden Themen berührt, die uns im Sinne von Mitmenschlichkeit, Toleranz und Weltoffenheit alle angehen. Und dies reduziert sich nicht auf die mittlerweile zahlenmäßig relativ kleine Gruppe der Asylsuchenden und Flüchtlinge.

Der Landkreis Bautzen ist deutsch- sorbisch, gelegen im Dreiländereck zu Tschechien und Polen. Deutschland ist Mitglied der Europäischen Union mit einem gemeinsamen Binnenmarkt. „Dienstleistungs- und Arbeitnehmerfreizügigkeit“ sind Realitäten, die vielerorts mit großer Selbstverständlichkeit gelebt werden.

Auch die hier lebenden Menschen bewegen sich privat und dienstlich in der Welt und in unterschiedlichen Kulturkreisen. Viele Bürger mit ausländischen Wurzeln arbeiten in hiesigen Firmen und sind hier sesshaft. Hier siedeln und entwickeln sich international tätige Unternehmen. Führungskräfte, Belegschaften insgesamt und Kunden sind auch deshalb zunehmend interkulturell- international. Wir bestellen Döner, Pizza oder verkehren in indischen, indonesischen oder China- Restaurants und in angelsächsischen Fastfood-Ketten.

Auch konsumieren wir als Hörer und Zuschauer Musik und Filme, deren Herkommen nicht vordergründig nach Nationalitäten hinterfragt wird. Was gefällt ist in - und das ist auch gut so. Im Übrigen benötigen wir Menschen, die sich hier einbringen. Unseren Wohlstand werden wir sonst nicht fortschreiben können.

Was uns aktuell berührt: Bautzen im Juli dieses Jahres. Eine kleine Gruppe ausländischer und deutscher Jugendlicher geraten in Konflikt. Aus verschiedenen Gründen gerät der Vorfall in die Öffentlichkeit. Die Lage droht zu eskalieren. Beim Versuch die Situation zu entschärfen werden Fehler gemacht. Fehler wie, mit wem und in welchem Tenor kommuniziert wurde.

Die Veröffentlichung entsprechender Gesprächsprotokolle löst Verwirrung und Protest aus. Der ursächliche Sachverhalt und die Zielstellung der Kontaktaufnahme geraten dadurch in den Hintergrund. Erklärungen und Entschuldigungen werden nicht angenommen oder nur teilweise akzeptiert. Eine Verbindung zur rechtsextremen NPD wird der handelnden Person unterstellt. Konsequenzen werden eingefordert.

Mir steht es nicht zu, an dieser Stelle wertend darüber zu befinden, welche Meinungen sich bilden und rechtliche Möglichkeiten genutzt werden. Es ist Wesen einer Demokratie und offenen Gesellschaft, dass konträre Auffassungen insbesondere über in der Öffentlichkeit diskutierte Themen und in diesem Zusammenhang agierende Personen ausgetragen werden.

Unabhängig davon lasse ich mich von der Überzeugung leiten, dass im vorliegenden Fall aus gutem Wollen gehandelt wurde. Vorsatz oder rechtsextreme Verbindungen außerhalb des konkreten Anlasses sind nicht zu erkennen. Insofern bleibt die Frage nach der Art und Weise einer Fehlerkultur. Einer Fehlerkultur, die einem Gemeinwesen, welches sich gut entwickelt, wirklich nützt. Einer Kultur, die auch unter temporärem Druck handelnde Menschen in ihrer Gesamtheit sieht.

Vertrauen muss wieder wachsen. Insbesondere in der Zusammenarbeit mit den Menschen, welche uns im Haupt- und vielfach im Ehrenamt mit großem Engagement bei der wichtigen humanitären und integrativen Arbeit im Bereich der Asyl- und Flüchtlingshilfe unterstützen.

Wir sind ein Teil des Ganzen. Letzteres erwähne ich an dieser Stelle immer wieder.
Am 24.09.2017 wird ein neuer Bundestag gewählt. Ich bitte Sie deshalb, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen.

Ihnen allen einen angenehmen Monat September 2017.


Ihr

Michael Harig
Landrat

10 Jahre Landkreis Bautzen

Die Abbildung zeigt das Logo zu 10 Jahre Landkreis Bautzen

Wappen des Landkreises Bautzen

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