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Die Sorben - Serbja

Wie die Bezeichnung „sorbisches Siedlungsgebiet“ entstanden ist

Es begann alles etwa um 600 nach Christi, als slawische Stämme unter anderem auch das Gebiet des heutigen Landkreises Bautzen besiedelten.

Der sorbische Stamm der Milzener ließ sich im Bereich zwischen Löbau und Kamenz nieder und betrieb vorrangig Ackerbau, Viehzucht, aber auch Fischerei. Die Milzener lebten in Großfamilien. Ein Dorf bestand in der Regel aus einer solchen Großfamilie und ein paar wenigen Bauernställen.

Im 12. Jahrhundert siedelten sich deutsche Bauern in den unbewohnten und durch Krieg entvölkerten Räumen der Lausitz an. Seit diesem Zeitpunkt leben Sorben und Deutsche weitgehend in friedlicher Eintracht miteinander. Ihr Wesen, ihre Sprache und Kultur haben sich die Nachfahren der Milzener bis heute bewahrt - trotz aller Schwierigkeiten vor allem in der Zeit des Nationalsozialismus. (Verbot des Gebrauchs der sorbischen Sprache)

Die offizielle Bezeichnung des sorbisch-sprachigen Territoriums  lautete vor 1990 „deutsch-sorbisches Gebiet“ oder „zweisprachiges Gebiet“. Geografisch untersetzt wurde der Bereich allerdings erst 1959 durch ein „Ortsnamenverzeichnis der zweisprachigen Kreise“ des Domowina-Verlages.

Darin waren zunächst alle Gemeinden der damaligen Kreise Bautzen, Bischofswerda, Kamenz, Löbau und Niesky aufgeführt. Erst die Folgejahre brachten eine staatlich festgelegte Unterteilung der zum „zweisprachigen Gebiet“ zu zählenden Gemeinden und Ortsteile mit sich. Mit der Zugehörigkeit verbunden war für diese 58 Gemeinden mit 238 Ortsteilen unter anderem die Verpflichtung zur zweisprachigen Beschriftung.

Der Begriff „Siedlungsgebiet“ wird offiziell erst seit 1990 an Stelle der Bezeichnung „zweisprachiges Gebiet“ verwendet, um die Sprache nicht als alleinigen Aspekt hervorzuheben.

Berücksichtigung finden laut sächsischer Verfassung auch „[…] die Lebensbedürfnisse des sorbischen Volkes“, so zum Beispiel die Pflege der sorbischen Kultur, das Abhalten sorbischer Gottesdienste und das Vorhandensein sorbischer Vereine oder Volksgruppen.

Gesetzeskraft fand das „sorbische Siedlungsgebiet“ als Anhang des Sächsischen Sorbengesetzes.

Das Sächsische Sorbengesetz

Das Sächsische Sorbengesetz regelt die Rechte des sorbischen Volkes und beschreibt, welche Gemeinden zum sorbischen Siedlingsgebiet gehören.